Die Kombination aus quartären Lockersedimenten der Lippeauen und den Nachwirkungen des historischen Bergbaus stellt die Stützwandbemessung in Lünen vor besondere Herausforderungen. Wenn wir im Bereich der Altstadt oder entlang der Seseke eine Baugrube absichern müssen, reicht ein standardisierter Bemessungsansatz selten aus, da wechsellagernde Sand-Kies-Gemische mit eingeschalteten Auelehmen den aktiven Erddruck ungleichmäßig verteilen und bei Wasserzutritt die Kohäsion abrupt abfällt. Unsere Herangehensweise bei der Stützwandbemessung in Lünen basiert auf einer detaillierten Erkundung der Schichtenfolge, wobei wir die Ergebnisse aus der SPT-Bohrung nutzen, um die Lagerungsdichte des Terrassenkieses zu quantifizieren und realistische Reibungswinkel für den Nachweis der äußeren Standsicherheit anzusetzen. Erst wenn das Baugrundmodell die lokalen Inhomogenitäten abbildet, lassen sich wirtschaftliche Wandquerschnitte erzielen, die dennoch die Sicherheitsanforderungen der DIN 1054:2010 erfüllen.
Eine Stützwand in Lünen ohne Kenntnis der Bergsenkungsgeschichte zu bemessen, ist wie ein Haus ohne Windnachweis zu bauen – der Bestand ist gefährdet, sobald die unvermeidliche Bewegung eintritt.
Technische Details zur Leistung in Lünen

Lokale geotechnische Bedingungen in Lünen
Der gravierendste Fehler, den wir bei Bauvorhaben in Lünen immer wieder beobachten, ist die Vernachlässigung der horizontalen Bergsenkungsdehnungen in der statischen Berechnung von Stützwänden. Viele Tragwerksplaner behandeln eine Winkelstützwand als reinen Erddruckkörper und setzen unverschiebliche Auflagerbedingungen voraus, doch in den ehemaligen Abbaugebieten der Zeche Victoria I/II akkumulieren sich über Jahrzehnte Dehnungen im Millimeterbereich, die als Zwangsschnittgrößen auf die Wandkonstruktion einwirken und bei unzureichender vertikaler Fugenausbildung zu charakteristischen Vertikalrissen im Wandkopf führen. Ein zweiter kritischer Punkt ist die Unterschätzung des Porenwasserüberdrucks nach Starkregenereignissen: Die schwer durchlässigen Auenlehme drainieren nur langsam, sodass sich temporär ein Wasserpolster hinter der Wand aufbaut, das den wirksamen Erddruck um bis zu 40 Prozent erhöht. Unsere Stützwandbemessung in Lünen beinhaltet deshalb stets eine transiente Sickerwasseranalyse für das Bemessungsregenereignis nach KOSTRA-DWD, kombiniert mit einer konstruktiven Durchlässigkeit der Hinterfüllung von mindestens k_f ≥ 1×10⁻⁴ m/s.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum bei der Stützwandbemessung in Lünen deckt alle relevanten Nachweisverfahren und Konstruktionstypen ab – von der Vorbemessung im Zuge der Entwurfsplanung bis zur prüffähigen Statik für die Ausführung.
Erddruckermittlung nach DIN 4085
Berechnung des aktiven und passiven Erddrucks für geschichteten Baugrund unter Ansatz der lokalen Kohäsion und Wandreibung. Berücksichtigung von Verdichtungserddruck und Silodruck bei beengten Verhältnissen.
Nachweis der äußeren Standsicherheit
Grundbruch-, Gleit- und Kippsicherheit nach DIN 1054, einschließlich des Nachweises in der tiefen Gleitfuge nach Kranz für verankerte Wände. Sonderfall: Nachweis gegen Geländebruch nach DIN 4084 bei Böschungswinkeln > 60°.
Bemessung von Winkelstützwänden und Schwergewichtswänden
Schnittgrößenermittlung und Bewehrungsführung für Ortbetonwände unter Berücksichtigung der Zwangsbeanspruchung aus Bergsenkungen. Dimensionierung des Fundamentsporns für exzentrische Laststellung.
Bergsenkungsanalyse und Verformungsprognose
Numerische Simulation der Interaktion zwischen Bodenbewegung und Wandkörper mittels FEM-Software (Plaxis 2D/3D). Prognose der zu erwartenden Horizontalverschiebung über die Nutzungsdauer von 50 Jahren gemäß Grubenbild der RAG.
Gängige Fragen
Was kostet eine Stützwandbemessung für ein Einfamilienhaus in Lünen?
Eine vollständige Stützwandbemessung nach DIN EN 1997 für ein typisches Einfamilienhausgrundstück in Lünen – inklusive Baugrunderkundung, statischer Berechnung und Bewehrungsplänen für eine Winkelstützwand – liegt im Regelfall zwischen 1.000 und 3.250 Euro. Der Preis variiert je nach erforderlichem Erkundungsumfang, Höhe der Wand und ob eine Bergsenkungsanalyse nach RAG-Vorgaben notwendig ist. Bei komplexeren Konstruktionen mit Verankerung oder Pfahlgründung steigt der Aufwand entsprechend.
Welche Bodenkennwerte sind für die Bemessung einer Stützwand in den Lippeauen maßgebend?
In den Lippeauen bei Lünen dominieren weichbreiige Auenlehme mit undrainierter Kohäsion zwischen 5 und 15 kPa sowie darunter liegende Sand-Kies-Gemische mit Reibungswinkeln um 35° bis 37,5°. Entscheidend für die Bemessung ist der Ansatz der wirksamen Wichte unter Auftrieb, da der Grundwasserspiegel oft nur 1 bis 2 Meter unter GOK ansteht. Bei wassergesättigten Lehmen muss zudem der Porenwasserdruckaufbau unter schneller Belastung berücksichtigt werden.
Muss ich in Lünen mit Bergsenkungen bei der Stützwandplanung rechnen?
Ja, in weiten Teilen Lünens – insbesondere in den Stadtteilen Brambauer, Horstmar und rund um die ehemalige Zeche Victoria – sind die Grubenfelder des Steinkohlebergbaus dokumentiert. Auch wenn der aktive Abbau eingestellt ist, treten Residualsenkungen und horizontale Dehnungen noch über Jahrzehnte auf. Unser Büro gleicht jedes Bauvorhaben mit dem aktuellen Grubenbild der RAG ab und berücksichtigt die zu erwartenden Bodenbewegungen über die Nutzungsdauer in der statischen Berechnung. Mehr Info.