Die sandig-kiesigen Böden der Lippeaue und die mergeligen Schichten des Münsterländer Kreidebeckens treffen in Lünen direkt aufeinander. Wer hier baut, braucht belastbare Daten über den Untergrund – kein Ratespiel. Die seismische Tomographie liefert genau das: ein durchgehendes Abbild der Schichtgrenzen, ohne Lücken zwischen den Aufschlüssen. Gerade im Stadtgebiet von Lünen, wo alte Zechenstandorte und verfüllte Bereiche den Baugrund unberechenbar machen, ist ein lückenloses Untergrundmodell unverzichtbar. Mit der Kombination aus Refraktions- und Reflexionsseismik erfassen wir sowohl die oberflächennahen Lockergesteine als auch tiefere Festgesteinshorizonte. Das spart Bohrungen und liefert trotzdem die notwendige Sicherheit für die Gründungsplanung. Für komplexe Fragestellungen kombinieren wir die Seismik bei Bedarf mit einer SPT-Bohrung, um die dynamischen Kennwerte direkt mit mechanischen Bodenparametern zu kalibrieren.
Seismische Tomographie schließt die Informationslücke zwischen punktuellen Aufschlüssen und liefert ein zweidimensionales Modell der Baugrundschichtung.
Technische Details zur Leistung in Lünen

Demonstration video
Lokale geotechnische Bedingungen in Lünen
In Lünen liegt die quartäre Basis auf Höhen um 45 bis 55 m NHN, überlagert von Sanden und Kiesen der Niederterrasse. Die Mächtigkeit dieser Lockergesteine schwankt kleinräumig zwischen fünf und zwanzig Metern – ein Risiko für jede Flachgründung. Wer die Grenzfläche zum Kreidemergel nicht genau kennt, riskiert ungleiche Setzungen, wenn die Gründungssohle teils auf dichtem Mergel, teils auf lockerem Sand aufliegt. Ein weiteres Problem: alte Bergbauhohlräume unter dem Stadtgebiet. Die seismische Tomographie detektiert Auflockerungszonen und Einbrüche als Geschwindigkeitsanomalien im seismischen Bild. Das ist keine theoretische Spielerei – in den 1990er Jahren gab es in Lünen-Süd mehrere Tagesbrüche über alten Schächten. Die Kombination aus Refraktionsseismik für den oberflächennahen Bereich und Reflexionsseismik für tiefere Horizonte deckt beide Gefahrenquellen ab: Lockergesteinsvariabilität und Hohlraumrisiko.
Unsere Leistungen
Unser seismisches Untersuchungsprogramm für Lünen umfasst drei Leistungspakete, die auf die regionalen Baugrundverhältnisse abgestimmt sind:
Refraktionsseismik für Baugrunderkundung
Klassische Laufzeitmessung mit 24-Kanal-Apparatur zur Kartierung der Felsoberkante und Lockergesteinsmächtigkeiten. Ideal für die Gründungsberatung bei Einfamilienhäusern und Gewerbebauten im Raum Lünen.
Reflexionsseismik mit Hochfrequenzquelle
Höhere Eindringtiefe und Auflösung durch Reflexionsstapelung. Dient der Erkundung tieferer Horizonte und der Detektion von Störungszonen oder alten Hohlräumen im Untergrund.
Hybride Tomographie inklusive Scherwellen
Kombinierte P- und S-Wellen-Seismik für dynamische Bodenkennwerte (Gmax, vS30). Notwendig für erdbebengerechte Bemessung nach DIN EN 1998-1 und Baugrundklassifizierung nach DIN 4149.
Gängige Fragen
Wie tief kann die seismische Tomographie in Lünen erkunden?
Die Refraktionsseismik erreicht mit einer Spreizweite von 115 Metern typischerweise 25 bis 35 Meter Tiefe. Die Reflexionsseismik geht je nach Quelle und Untergrunddämpfung bis 80 Meter und mehr. In Lünen reicht das aus, um die quartäre Basis sicher zu erfassen und auch tiefere Kreideschichten abzubilden.
Welche Bodenkennwerte liefert die seismische Tomographie?
Primär liefert das Verfahren die seismischen Wellengeschwindigkeiten vP und vS. Daraus lassen sich dynamische Steifemoduln, der Poissonzahl und die Scherwellengeschwindigkeit vS30 ableiten. Für statische Kennwerte wie Reibungswinkel oder Steifemoduln kalibrieren wir die seismischen Profile punktuell mit direkten Aufschlüssen.
Was kostet eine seismische Untersuchung für ein Grundstück in Lünen?
Für ein typisches Einfamilienhausgrundstück mit zwei bis drei Seismikprofilen liegen die Kosten zwischen 2.140 und 4.190 Euro. Der genaue Preis hängt von der Profillänge, der Anzahl der Schusspunkte und der Auswertetiefe ab. Wir erstellen vorab ein Festpreisangebot nach Ortsbesichtigung.
Brauche ich zusätzlich Bohrungen, wenn ich eine Seismik machen lasse?
Die Seismik liefert ein flächendeckendes Bild, aber keine Proben fürs Labor. Für die Baugrundklassifikation nach DIN 4020 ist mindestens ein direkter Aufschluss zur Kalibrierung der seismischen Horizonte sinnvoll. Wir empfehlen eine kombinierte Erkundung: Seismik für die Fläche, punktuelle Sondierungen für die Bodenansprache und Laborversuche. Mehr Info.