In Lünen sehen wir auf vielen Baustellen dieselbe Herausforderung: Die quartären Lockergesteine der Lippe-Aue und die verwitterten Mergelsteine des Münsterländer Kreidebeckens wechseln auf kurzer Distanz. Wer hier ein Bauvorhaben plant, braucht verlässliche Kennwerte zur Bodensteifigkeit. Genau dafür setzen wir das MASW-Verfahren ein. Die Messung der Scherwellengeschwindigkeit liefert in der Region um Lünen das VS30-Profil, das für die Baugrundklassifizierung nach DIN EN 1998-1/NA unverzichtbar ist. Anders als invasive Methoden deckt MASW größere Flächen zerstörungsfrei ab und erfasst auch tiefere Horizonte. In Kombination mit einer SPT-Bohrung lassen sich die dynamischen Kennwerte punktuell kalibrieren und für das gesamte Baufeld extrapolieren.
Das VS30-Profil aus der MASW-Messung legt die Baugrundklasse nach DIN EN 1998-1 fest – eine Weichenstellung, die Tragwerksplaner und Prüfstatiker gleichermaßen betrifft.
Technische Details zur Leistung in Lünen

Lokale geotechnische Bedingungen in Lünen
Ein 24-Kanal-Seismograph mit zwölf 4,5-Hz-Geophonen und eine schwere Impulsquelle – das ist unser Standard-Setup, wenn wir in Lünen vor Ort sind. Die größte Fehlerquelle bei MASW liegt nicht im Gerät, sondern im Untergrund selbst: Industrielle Störsignale in Gewerbegebieten wie Lippholthausen oder entlang der B236, hochfrequente Vibrationen von Pumpwerken an der Lippe und die starke laterale Heterogenität durch künstliche Auffüllungen auf ehemaligen Zechenflächen. Wer das Dispersionsspektrum nicht sorgfältig von Störsignalen bereinigt, erhält physikalisch unsinnige Profile. Unser Team führt deshalb jede Messung mit einer aktiven und einer passiven Konfiguration durch und gleicht die Ergebnisse mit vorhandenen Bohrprofilen ab. So stellen wir sicher, dass der VS30-Wert den tatsächlichen Steifigkeitsverlauf im Bereich Lünen realistisch abbildet.
Unsere Leistungen
Neben der reinen MASW-Messung bieten wir für Bauvorhaben in Lünen ergänzende geotechnische Leistungen an, die das seismische Profil in den Planungsprozess einbetten:
VS30-Standortgutachten nach DIN EN 1998-1
Vollständige Baugrundklassifizierung mit Angabe des VS30-Wertes, der Untergrundklasse und der spektralen Antwortspektren für die Tragwerksplanung.
Kombinierte MASW- und Refraktionsseismik
Gleichzeitige Erfassung von P- und S-Wellengeschwindigkeit zur Ermittlung dynamischer Bodenkennwerte (E-Modul, Poissonzahl) für FE-Berechnungen.
Seismische Mikrozonierung für Erschließungsgebiete
Flächenhafte Kartierung der VS30-Verteilung in Neubaugebieten um Lünen, etwa in Brambauer oder Horstmar, als Grundlage für Bebauungspläne.
Eindringwiderstand-Korrelation mit CPT
Ableitung von Scherwellengeschwindigkeiten aus CPT-Sondierungen über empirische Korrelationen, validiert mit MASW-Messungen auf Referenzflächen.
Gängige Fragen
Was kostet eine MASW-Messung in Lünen?
Eine Standard-MASW-Messung mit aktivem und passivem Anteil zur VS30-Bestimmung liegt in Lünen je nach Messlinienlänge und Tiefenreichweite zwischen €1.530 und €2.500. Der Preis umfasst die Feldmessung mit 24-Kanal-Ausrüstung, die Dispersionsanalyse, die Inversion zum 1D-Scherwellenprofil und den schriftlichen Ergebnisbericht mit Baugrundklassifizierung nach DIN EN 1998-1.
Welche Bebauungstiefe erreicht das MASW-Verfahren in Lünen?
Mit aktiver Anregung (Vorschlaghammer) erreichen wir in den sandig-kiesigen Böden der Lippeaue zuverlässig 25 bis 30 Meter Tiefe. Durch die zusätzliche passive Messung mit Umgebungsmikrotremor lässt sich der Erkundungshorizont auf 50 bis 60 Meter erweitern – ausreichend, um die quartäre Basis und die Oberkante des Kreidemergels sicher abzubilden.
Welche Baugrundklassen treten in Lünen typischerweise auf?
Das hängt stark von der Lage ab. Auf den Niederterrassen der Lippe mit locker gelagerten Sanden messen wir oft VS30-Werte um 200 bis 300 m/s, was der Klasse C entspricht. In den südlichen Stadtteilen mit oberflächennahem Mergel oder auf verdichteten Gewerbeflächen liegen die Werte über 350 m/s und fallen in Klasse B. Entscheidend ist die standortkonkrete Messung – pauschale Annahmen führen hier schnell zu unwirtschaftlicher Überbemessung.
Kann MASW eine Baugrundbohrung ersetzen?
Nein, und das ist ein wichtiger Punkt. MASW liefert ein kontinuierliches Steifigkeitsprofil, aber keine Information über Kornverteilung, Wassergehalt oder Bodenart im bodenmechanischen Sinn. Für die vollständige Baugrunderkundung kombinieren wir MASW immer mit direkten Aufschlüssen wie SPT-Bohrungen oder Rammsondierungen. Die seismischen Profile dienen dann der Extrapolation zwischen den Aufschlusspunkten.
Wie lange dauert eine MASW-Messung und wann liegt das Ergebnis vor?
Die Feldmessung ist in Lünen je nach Anzahl der Messlinien in zwei bis vier Stunden abgeschlossen. Die Datenauswertung – Dispersionsanalyse, Modellierung und Inversion – nimmt weitere zwei bis drei Arbeitstage in Anspruch. Der komplette Bericht mit VS30-Profil und Baugrundklasse liegt dem Auftraggeber in der Regel innerhalb einer Woche nach der Messung vor. Mehr Info.