Der sandig-lehmige Untergrund entlang der Lippe stellt besondere Anforderungen an die Bodenklassifikation. In Lünen, wo die Altarme der Lippe und die Emscherniederung auf die Mergel des Münsterländer Kreidebeckens treffen, reicht eine einfache Siebanalyse oft nicht aus. Die bindigen Auelehme mit ihren feinkörnigen Anteilen unter 0,063 mm verlangen das volle Programm: kombinierte Sieb- und Schlämmanalyse nach DIN EN ISO 17892-4. In unserer Erfahrung entscheidet die Korngrößenanalyse über die richtige Zustandsbewertung des Baugrunds, bevor auch nur ein Bagger anrollt. Gerade bei den Hochwasserschutzprojekten an der Seseke oder den Bauvorhaben in der Lippeaue zeigt sich, wie stark schwankende Kornverteilungen die Versickerungsfähigkeit und Frostempfindlichkeit eines Bodens prägen. Wir kombinieren die Nasssiebung mit dem Aräometerverfahren, um den gesamten Bereich vom Grobkorn bis zur Tonfraktion abzudecken – und das mit einer Genauigkeit, die der geologische Übergangsbereich hier einfach braucht. Ergänzend setzen wir auf den Atterberg-Grenzen Test, um die Plastizität der bindigen Schichten zuverlässig einzustufen.
Eine unvollständige Sieblinie in Lünen ist wie ein Lippepegel ohne Skala – die Werte sind da, aber die Aussagekraft fehlt.
Technische Details zur Leistung in Lünen

Lokale geotechnische Bedingungen in Lünen
Das Aräometer arbeitet mit einer Sedimentationssuspension in einem Standzylinder bei konstanter Temperatur von 20 °C. Schon eine Abweichung von zwei Grad verfälscht die Viskosität des Wassers und verschiebt die Absinkgeschwindigkeit der Tonplättchen messbar. In Lünen mit seinen oft organisch durchsetzten Auelehmen kann die unvollständige Zerstörung der Huminstoffe zu falsch hohen Tonanteilen führen – wir behandeln solche Proben vorab mit Wasserstoffperoxid, um die organische Matrix zu entfernen. Ein unterschätzter Feinkornanteil in einem eigentlich gut verdichtungswilligen Sand führt im schlimmsten Fall zu Setzungen, die erst Jahre nach Fertigstellung sichtbar werden. Gerade bei Mischböden, die im Übergang von der Lippe-Hauptterrasse zur Niederung auftreten, ist die korrekte Dispergierung mit Natriumpyrophosphat entscheidend, um Agglomerate zu spalten und die primäre Korngröße zu bestimmen. Ohne diesen Schritt bleibt die Sieblinie eine grobe Schätzung, kein belastbarer Kennwert.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsumfang für die Korngrößenanalyse in Lünen deckt alle Anwendungsfälle ab, von der Vorbemessung bis zur Abnahme:
Nasssiebung (63 μm – 63 mm)
Klassische Siebanalyse für Sande und Kiese aus den Terrassenkörpern der Lippe. Ermittlung von Sieblinie, Cu und Cc als Grundlage für Verdichtbarkeits- und Filterkriterien.
Aräometeranalyse (Ton/Schluff)
Sedimentationsverfahren für die Feinkornfraktion unter 0,063 mm. Präzise Erfassung von Ton- und Schluffanteilen in Auelehmen und Mergelverwitterungsböden.
Kombinierte Sieb-Schlämm-Analyse
Gesamtsieblinie von Ton bis Grobkies aus einer Hand. Unverzichtbar für die korrekte Benennung von Bodengruppen nach DIN 18196 bei gemischtkörnigen Proben.
Durchlässigkeitsabschätzung
Indirekte Bestimmung des kf-Werts aus der Sieblinie nach Hazen oder Beyer. Schnelle Plausibilisierung für Versickerungsanlagen und Dränagebemessung im städtischen Bereich.
Gängige Fragen
Wie lange dauert eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer in Lünen?
Für reine Sande und Kiese mit Trockensiebung liegen die Ergebnisse meist am Folgetag vor. Bei bindigen Proben mit Aräometeranalyse beträgt die Bearbeitungszeit drei bis vier Werktage, da die Sedimentationsphase mindestens 24 Stunden läuft und das Material vorher chemisch aufbereitet werden muss. Eilaufträge für Baustopp-Situationen bearbeiten wir innerhalb von zwei Tagen.
Reicht eine einfache Siebanalyse oder brauche ich in Lünen immer das Hydrometer?
Das hängt vom Feinkornanteil ab. In den Sanden der Lippeterrasse genügt oft die Siebung. Sobald der Boden aber beim Rollversuch schwach bindig reagiert – und das ist in der Emscherniederung und den Auebereichen fast überall der Fall – ist das Aräometerverfahren zwingend. Die DIN 18196 verlangt für eine korrekte Bodengruppenbezeichnung die vollständige Kornverteilungskurve inklusive der Fraktion unter 0,063 mm.
Was kostet eine Korngrößenanalyse nach DIN EN ISO 17892-4 in Lünen?
Die reine Trockensiebung liegt bei etwa 100 bis 120 Euro pro Probe. Für die kombinierte Analyse mit Aräometerverfahren bewegen Sie sich im Bereich von 130 bis 170 Euro, abhängig vom Aufbereitungsaufwand bei organisch verunreinigten Proben. Bei Serien ab zehn Proben staffeln wir die Preise – sprechen Sie uns direkt an.